Weißt du, was ich früher am meisten an Quiche geliebt habe? Diese unglaublich cremige, fast schmelzende Füllung, die so herrlich sättigend ist. Als ich anfing, mich vegan zu ernähren, dachte ich kurz, dass dieses Gefühl der Vergangenheit angehört. Ein klassisches Quiche-Rezept ohne Ei? Unmöglich! Bis ich eines Tages in meiner Küche herumexperimentierte und auf die magische Kombination stieß, die alles veränderte. Heute verrate ich dir mein absolutes Lieblingsrezept für eine vegane Quiche, die nicht nur „auch ganz okay“ schmeckt, sondern jeden Omni vom Hocker haut. Sie ist cremig, würzig und hat den perfekten Biss – versprochen. Vergiss einfach alles, was du über trockene, krümelige Tofu-Massen gehört hast. Hier geht es um puren Genuss.
Zutatenliste
Für eine Quiche in einer klassischen Springform (26 cm) oder einer tiefen Tarteform.
Für den Mürbeteig:
Für die cremige Füllung:
Für das Gemüse:
Schritt-für-Schritt-Anleitung
1. Der Teig: Die Basis des Erfolgs
Das Geheimnis eines knusprigen, nicht durchweichten Bodens liegt in der Kälte. Vermische Mehl und Salz in einer Schüssel. Gib die eiskalten Butterwürfel dazu und verreibe alles schnell mit den Fingerspitzen, bis die Masse wie grobe Brösel aussieht. Wichtig: Arbeite zügig, damit die Butter nicht schmilzt. Nun tröpfelweise das eiskalte Wasser hinzugeben und mit einer Gabel oder den Händen nur so lange verkneten, bis ein glatter Teig entsteht. Nicht überkneten! Zu einem flachen Laib formen, in Frischhaltefolie wickeln und für mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank legen. In dieser Zeit entspannst du dich – oder schneidest schon mal das Gemüse.
2. Das Gemüse vorbereiten
Zwiebel und Knoblauch fein hacken. Den Brokkoli in kleine Röschen teilen und den Strunk schälen und würfeln. In einer Pfanne das Olivenöl erhitzen, die Zwiebeln glasig dünsten, dann Knoblauch und Brokkoli hinzugeben. Etwa 5-7 Minuten braten, bis der Brokkoli bissfest, aber noch knackig ist. Mit Salz und Pfeffer würzen und komplett abkühlen lassen. Warum abkühlen? Heißes Gemüse würde die cremige Füllung zum Gerinnen bringen – wir wollen ja keine Rührei-Textur.
3. Die Zauber-Creme: Der Ei-Ersatz
Das ist der entscheidende Schritt. Gib den abgetropften Seidentofu, den Sojajoghurt, das Kichererbsenmehl, die Hefeflocken und alle Gewürze (inklusive des magischen Kala Namak Salzes) in einen leistungsstarken Mixer. Püriere alles für mindestens 1-2 Minuten zu einer absolut glatten, seidigen Creme. Schabe die Seiten ruhig einmal ab und mixe nochmal. Hier gibt es kein „zu glatt“. Diese Cremigkeit ist später in deinem Mund zu spüren. Schmecke ab! Fehlt Salz? Mehr „Ei-Geschmack“? Jetzt ist der Zeitpunkt zum Adjustieren.
4. Alles zusammenfügen und backen
Heize deinen Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vor. Nimm den Teig aus dem Kühlschrank und rolle ihn auf einer bemehlten Fläche großzügig aus. Leg ihn in die gefettete Form, drücke ihn sanft an und forme einen schönen Rand. Mit einer Gabel mehrmals in den Boden stechen. Die abgekühlte Gemüsemischung gleichmäßig auf dem Teigboden verteilen. Gieße nun die Tofu-Creme vorsichtig darüber und streiche sie glatt. Ein letzter Hauch Muskatnuss darüber – und ab in den Ofen.
Backe die Quiche für 45-50 Minuten, bis der Rand goldbraun ist und die Füllung fest, aber noch leicht wackelig in der Mitte wirkt. Der größte Fehler hier: zu lange backen! Sie wird beim Abkühlen noch perfekt nachfestigen. Herausnehmen und für mindestens 20-30 Minuten auf einem Gitter komplett auskühlen lassen. Das erfordert Willensstärke, aber es lohnt sich: So schneidest du saubere Stücke und der Geschmack entfaltet sich voll.
Anmerkungen und Variationen
Meine besten Tipps aus der Küchenpraxis
* **Kala Namak:** Dieses Schwefelsalz ist der Game-Changer. Bekommst du im Bio- oder Onlineladen. Falls du es nicht hast, nimm einfach mehr Hefeflocken und ein gutes Meersalz – es schmeckt dann einfach „nur“ herrlich cremig und käsig.
* **Blindbacken?** Bei dieser cremigen, dicken Füllung und der relativ kurzen Backzeit mache ich es meist nicht. Die Gabelstiche reichen. Sollte dein Teig aber zu weich sein, backe ihn für 10 Minuten mit Backbohnen beschwert vor.
* **Resteverwertung:** Diese Quiche schmeckt kalt am nächsten Tag noch fantastisch. Einfach abgedeckt im Kühlschrank lagern. Perfekt für Picknicks oder die Lunchbox.
* **Wenn’s mal schnell gehen muss:** Verwende einen guten gekauften Blätterteig (achten, dass er vegan ist!). Die Füllung funktioniert genauso.
Lass deiner Kreativität freien Lauf!
Dieses Grundrezept ist deine Leinwand. Die Füllung ist so wandelbar wie bei einer klassischen Quiche.
* „Lorraine-Style“: Pflanzlichen Speckwürfel (oder Räuchertofu) anbraten und mit 100 g veganem Reibekäse unter die Creme mischen.
* Mediterran: Getrocknete Tomaten, schwarze Oliven und frisches Basilikum.
* Herbstlich: Gerösteter Butternut-Kürbis, Rosmarin und eine Prise Chili.
* Einfach & Klassisch: Lauch und Champignons – eine zeitlose Kombination.
Trau dich, zu experimentieren! Die vegane Küche lebt von der Vielfalt. Und dieses Rezept ist so verzeihend und einfach, dass eigentlich nichts schiefgehen kann. Am Ende wartet eine cremige, herzhafte und absolut überzeugende vegane Quiche auf dich, die beweist, dass Genuss keine Kompromisse kennt. Also, schnapp dir deine Schürze und lass es krachen – dein nächstes Lieblingsgericht wartet schon auf dich.




