Inhaltsverzeichnnis

Weißt du, was mich im Herbst und Winter wirklich von innen wärmt? Es ist nicht nur der erste Schluck heißer Tee oder das Knistern im Kamin. Es ist dieser unwiderstehliche Duft nach Zimt, Nelken, Orange und gebackenen Früchten, der aus der Küche strömt und das ganze Haus in eine gemütliche Backstube verwandelt. Die Rede ist von einem richtig guten, saftigen Früchtebrot – oder wie meine Oma es immer nannte: einem echten Landfrauen-Früchtebrot. Dieses Rezept ist kein schneller Kuchen, es ist ein kleines Ritual. Eine Einladung, sich Zeit zu nehmen, für die, die man liebt, und für sich selbst. Es geht um Aromen, die reifen müssen, und um eine Textur, die so saftig und gehaltvoll ist, dass ein kleines Stück völlig genügt. Und das Beste: Es wird mit jedem Tag besser. Wenn du also bereit bist für ein Backabenteuer, das Geduld belohnt, dann lass uns loslegen. Hol dir deine große Rührschüssel, wir machen das beste Früchtebrot, das du je probiert hast.

Zutatenliste

Das Geheimnis liegt in der Qualität und der Menge der Früchte. Hier geht es nicht um Sparen, sondern um Fülle. Für ein üppiges, saftiges Brot brauchst du:

  • 500 g gemischte Trockenfrüchte (Feigen, Aprikosen, Pflaumen, Datteln – nimm, was du magst)
  • 250 g dunkle Rosinen (oder Sultaninen)
  • 200 ml kräftigen schwarzen Tee (am besten Assam oder English Breakfast, kalt)
  • 100 ml Orangensaft (frisch gepresst gibt das beste Aroma)
  • 1 Bio-Orange (für die abgeriebene Schale)
  • 100 g gehackte Mandeln oder Walnüsse
  • 250 g Weizenmehl Type 550 (oder Dinkelmehl 630 für eine nussigere Note)
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 2-3 gehäufte TL Lebkuchengewürz (oder eine Mischung aus Zimt, Nelke, Kardamom und Piment)
  • 1 Prise Salz
  • 3 Eier (Größe M)
  • 200 g brauner Rohrohrzucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • Butter oder Backpapier für die Form
  • Schritt-für-Schritt-Anleitung

    1. Die Kunst des Einweichens

    Dieser Schritt ist non-negotiable, also wirklich unverhandelbar! Schneide die großen Trockenfrüchte (Feigen, Aprikosen) in etwa haselnussgroße Stücke. Gib alle Trockenfrüchte und Rosinen in eine große Schüssel. Übergieße sie mit dem kalten, starken Tee und dem Orangensaft. Rühre gut um, decke die Schüssel ab und lass das Ganze mindestens über Nacht, besser 24 Stunden an einem kühlen Ort durchziehen. Die Früchte sollen die Flüssigkeit aufsaugen wie Schwämme und schön saftig und prall werden. Das ist das Fundament für dein saftiges Früchtebrot.

    2. Der Teig: Mehr Falten als Kneten

    Heize deinen Backofen auf 160°C Umluft (180°C Ober-/Unterhitze) vor. Fette eine Kastenform (ca. 30 cm) gründlich ein oder lege sie mit Backpapier aus.
    In einer großen Rührschüssel verquirrst du die Eier mit dem braunen Zucker und dem Vanillezucker, bis die Masse heller und cremig ist. Die eingeweichten Früchte (inklusive der restlichen Einweichflüssigkeit!) kommen nun dazu. Auch die abgeriebene Orangenschale und die gehackten Nüsse werden untergehoben.
    Jetzt siebst du das Mehl, Backpulver, Lebkuchengewürz und die Prise Salz gemeinsam über die Fruchtmasse. Der Kniff hier: Nicht mixen, sondern falten! Verwende einen Teigschaber oder einen großen Löffel und hebe die trockenen Zutaten vorsichtig unter die feuchte Masse, bis kein Mehl mehr zu sehen ist. Der Teig wird sehr schwer und klebrig sein – das ist genau richtig! Eine lockere, luftige Masse wollen wir hier nicht.

    3. Backen mit Geduld

    Fülle den Teig in die vorbereitete Form und streiche die Oberfläche mit einem nassen Löffel glatt. Jetzt kommt der letzte Geheimtipp der Landfrauen: Stelle die Form in den vorgeheizten Ofen auf die zweite Schiene von unten. Backe das Früchtebrot zunächst für 60 Minuten.
    Dann nimmst du ein scharfes Messer und ritzt die Oberfläche des Brotes einmal längs ein. Das verhindert ein zu wildes Aufplatzen. Backe es nun weitere 45-60 Minuten. Stichprobe nicht vergessen: Ein Holzstäbchen, das in die Mitte gestochen wird, muss sauber herauskommen. Sollte die Oberfläche zu dunkel werden, lege einfach ein Stück Alufolie locker darüber.

    4. Die große Bewährungsprobe: Das Abkühlen

    Das ist der härteste Teil! Nimm das Früchtebrot aus dem Ofen und lass es vollständig in der Form auskühlen2-3 Tage an einem kühlen Ort, bevor du das erste Mal anschneidest. Das Warten lohnt sich, denn die Aromen verbinden sich und die Säfte verteilen sich gleichmäßig. Das Ergebnis ist eine unvergleichliche Saftigkeit.

    Anmerkungen und Variationen

    Was tun, wenn es trocken wird? (Passiert fast nie!)

    Sollte ein Stück doch einmal etwas trockener sein, gibt es einen genialen Trick: Beträufle es einfach mit ein paar Tropfen Orangenlikör, Rum oder auch nur Apfelsaft, wickle es wieder ein und warte einen Tag. Es wird wie neu sein.

    Deine persönliche Note

    Dieses Rezept ist deine Leinwand. Du magst es etwas herber? Ersetze einen Teil des Zuckers durch Vollrohrzucker oder gib einen Schuss kalt gebrühten Kaffee mit in die Einweichflüssigkeit. Für eine festliche Note kannst du 50 g Zartbitter-Kuvertüre in Stückchen unter den Teig heben. Und für echte Puristen: Weglassen kann man eigentlich nur die Nüsse (bei Allergien), aber selbst dann wird es grandios.

    Die Lagerung – der Schlüssel zum Genuss

    Ein gut eingewickeltes Früchtebrot hält sich wochenlang kühl und dunkel gelagert. Es wird einfach immer besser. Du kannst es auch portionsweise einfrieren – perfekt für spontanen Besuch.
    Also, trau dich! Nimm dir dieses Wochenende Zeit, lass die Früchte in Tee baden und schaffe dir deinen eigenen, unwiderstehlichen Duft von Geborgenheit. Dieses Früchtebrot nach Landfrauen-Art ist mehr als ein Gebäck. Es ist ein Stück Tradition, Geduld und pure, unverfälschte Genussfreude. Ich bin mir sicher, nach dem ersten selbstgemachten Biss wirst du verstehen, warum. Gutes Gelingen und lass es dir schmecken

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