Mohnstriezel Rezept: So gelingt er perfekt

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Du kennst das Gefühl, oder? Der Duft von frisch gebackenem Hefeteig, der sich mit dem warmen, nussigen Aroma von Mohn vermischt und das ganze Haus in eine gemütliche Kaffeestube verwandelt. Ein perfekter Mohnstriezel ist mehr als nur ein Gebäck – er ist ein Stück Tradition, ein Seelentröster an grauen Tagen und der unbestrittene Star auf jedem Kaffeetisch. Aber bis dahin ist es manchmal ein steiniger Weg. Ein zu trockener Teig, eine Füllung, die ausläuft, oder ein Striezel, der mehr einem Felsen gleicht als einer luftigen Versuchung. Damit ist jetzt Schluss! Ich nehme dich heute an die Hand und zeige dir, wie der perfekte Mohnstriezel garantiert gelingt. Wir backen nicht einfach nur, wir verstehen, was wir tun. Versprochen, am Ende wirst du dein eigenes Werk kaum mehr aus der Hand geben wollen.

Zutatenliste

Wir starten mit dem Fundament – den Zutaten. Nimm dir ruhig die Zeit, alles bereitzustellen. Bei Hefeteig mag es die Ruhe, und Zimmertemperatur ist hier das Zauberwort. Kalte Eier oder Milch bremsen die Hefe nur aus.

Für den Hefeteig:

  • 500 g glattes Weizenmehl (Type 480 oder 550 – hier macht die Qualität den Unterschied!)
  • 42 g frische Hefe (oder 1 Päckchen Trockenhefe, 7g)
  • 80 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 250 ml lauwarme Milch
  • 80 g weiche Butter
  • 1 Ei (Größe M)
  • Abrieb einer halben, ungespritzten Zitrone (dieses kleine Detail bringt Frische!)

Für die Mohnfüllung:

  • 250 g gemahlener Mohn
  • 200 ml Milch
  • 80 g Butter
  • 80 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 2 EL Honig oder Ribiselmarmelade (für die Sämigkeit)
  • Abrieb einer halben Zitrone
  • 1 Handvoll Rosinen oder gehackte Walnüsse (optional, aber grandios)

Zum Bestreichen und Verzieren:

  • 1 Eigelb, verquirlt mit 1 EL Milch
  • Hagelzucker oder gehobelte Mandeln nach Belieben

Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Der Teig: Wo die Magie beginnt

Verquirle in einer kleinen Schüssel die lauwarme Milch mit einem Teelöffel aus der Zuckerportion und der zerbröckelten frischen Hefe. Lass dieses Gemisch 10 Minuten an einem warmen, zugfreien Ort stehen, bis sich eine lockere, schaumige Blase bildet. Das ist dein Zeichen: Die Hefe ist lebendig und bereit! In der Rührschüssel der Küchenmaschine (oder in einer großen Schüssel) vermengst du nun das Mehl mit dem restlichen Zucker, Salz, Vanillezucker und dem Zitronenabrieb. Gib die Hefemilch, das Ei und die weiche Butter dazu. Jetzt heißt es: Kneten, kneten, kneten! Mit dem Knethaken etwa 7-8 Minuten, bis der Teig sich glatt und geschmeidig vom Schüsselrand löst und eine seidige, elastische Konsistenz hat. Ein kleiner Tipp: Wenn der Teig noch sehr klebrig ist, gedulde dich. Gib nicht sofort mehr Mehl hinzu! Oft braucht er einfach diese Minuten der Bearbeitung, um das Gluten zu entwickeln und geschmeidig zu werden.

Forme den Teig zu einer Kugel, gib ihn zurück in die leicht geölte Schüssel, decke ihn mit einem feuchten Geschirrtuch ab und lass ihn an einem warmen Ort für etwa 60-90 Minuten gehen, bis er sich deutlich verdoppelt hat. Die Fensterbank über der Heizung ist der Klassiker.

2. Die Füllung: Das Herzstück

Während der Teig sein Volumen verdoppelt, kümmern wir uns um die Seele des Striezels: den Mohn. In einem Topf die Milch mit der Butter, dem Zucker und dem Vanillezucker erwärmen, bis die Butter geschmolzen ist. Den gemahlenen Mohn einrühren und die Masse bei schwacher Hitze unter ständigem Rühren etwa 3-4 Minuten leicht köcheln lassen. Sie wird schön dicklich. Vom Herd nehmen, Honig (oder Marmelade) und Zitronenabrieb unterrühren. Wenn du Rosinen oder Nüsse verwendest, kommen sie jetzt dazu. Die Füllung muss komplett abkühlen, sonst macht sie den Teig matschig und schwer. Am besten breitest du sie auf einem Teller aus.

3. Das Formen: Der kreative Akt

Nun wird’s spannend. Hebe den aufgegangenen Teig vorsichtig aus der Schüssel und drücke ihn auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche einmal kurz zusammen („stürzen“). Rolle ihn zu einem Rechteck von etwa 40×30 cm aus. Die abgekühlte Mohnmasse gleichmäßig darauf verteilen, bis auf einen 2 cm breiten Rand an einer Längsseite. Diese freie Kante brauchen wir später zum Verschließen. Jetzt rollst du den Teig straff von der belegten Längsseite her auf, wie einen Schweizer Rouladen. Die Nahtstelle gut andrücken.

4. Der charakteristische Zopf

Nimm ein scharfes Messer und schneide den Strang der Länge nach mittig ein, sodass die Füllung sichtbar wird. Die Schnitttiefe sollte etwa drei Viertel des Strangs betragen. Jetzt kommt der Trick: Drehe die beiden Teile mit der Schnittkante nach oben vorsichtig umeinander, wie bei einer einfachen Kordel. Die Füllung sollte nach oben schauen. So entsteht dieses wunderbar rustikale, offene Aussehen. Hebe den Zopf vorsichtig auf ein mit Backpapier belegtes Blech und forme ihn zu einem Kreis oder einer Oval. Die Enden gut zusammendrücken.

5. Das Finale im Ofen

Lass den geformten Striezel nochmals 20-30 Minuten zugedeckt gehen. In der Zwischenzeit heize deinen Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze (160°C Umluft) vor. Bestreiche den Striezel vor dem Backen vorsichtig und gleichmäßig mit der Eigelb-Milch-Mischung. Das gibt ihm diesen goldenen, verlockenden Glanz. Streue nach Belieben Hagelzucker oder Mandeln darüber. Backe ihn dann für etwa 30-35 Minuten in der mittleren Schiene, bis er tiefgolden ist und herrlich duftet. Der Klopftest verrät dir, ob er durch ist: Klopfe vorsichtig auf den Boden – er sollte sich hohl anhören.

Anmerkungen und Variationen

Hier trennt sich die Spreu vom Weizen – oder besser gesagt, der Hobbybäcker vom Backprofi. Diese Tipps machen den Unterschied:

Der Teig ist zu klebrig: Panik ist ein schlechter Ratgeber. Arbeite mit bemehlten Händen und einem Teigschaber. Oft reicht es, den Teig nach dem ersten Aufgehen nochmal kurz durchzukneten – er wird danach viel besser zu handhaben sein.

Die Füllung läuft aus: Das passiert, wenn sie zu flüssig oder noch warm war. Beim nächsten Mal etwas länger einköcheln lassen und unbedingt komplett abkühlen. Ein Teelöffel Semmelbrösel in die Füllung gerührt, bindet überschüssige Feuchtigkeit.

Experimentierfreude ist erwünscht! Wie wäre es mit einer Schicht Aprikosenmarmelade unter dem Mohn? Oder du mischst gehackte, geröstete Haselnüsse in die Füllung. Für einen saftigen Mohnstriezel nach österreichischer Art kannst du einen Teil des Mohns durch gemahlene Mandeln ersetzen.

Der größte Tipp zum Schluss: Lass den fertigen Mohnstriezel mindestens eine Stunde auf einem Gitter auskühlen, bevor du ihn anschneidest. Ja, die Versuchung ist riesig, aber so kann sich die Krume setzen und er zerfällt nicht. Dann: Scheibe für Scheibe genießen, am besten mit einer guten Tasse Kaffee. Du wirst sehen, mit diesem Wissen backst du nicht nur einen Striezel – du kreierst ein kleines Stück Glück. Also, worauf wartest du? Hol die Schüssel raus und lass es duften!

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