Du kennst das Gefühl: Du bist auf einer Party, bei der Oma oder auf der Arbeit und plötzlich taucht dieser Kuchen auf. Ein Blick, eine Gabel voll – und du bist verloren. Eine Symphonie aus knusprigem Mürbeteig, saftiger Quarkfüllung, einem Hauch von Zitrone und dieser unverkennbaren, butterzarten Puddingcreme oben drauf. Das ist der Dubai Kuchen, und er hat seinen legendären Status absolut verdient. Viele haben Angst vor ihm, weil er so spektakulär aussieht. Aber lass mich dir ein Geheimnis verraten: Dieses Rezept ist dein Freund. Es ist unkompliziert, verzeiht kleine Fehler und das Ergebnis wird dich und jeden, der davon probiert, absolut umhauen. Heute nehme ich dich an die Hand und wir backen diesen Klassiker zusammen – Schritt für Schritt, ohne Geheimniskrämerei.
Zutatenliste
Bevor wir loslegen, mach dir einen Tee und stell alles bereit. Das ist der halbe Sieg beim Backen. Wir teilen die Zutaten clever nach Bodenschichten ein, so verlierst du nicht den Überblick.
Für den Mürbeteigboden:
- 300 g Weizenmehl (Type 405)
- 150 g kalte Butter, in Würfeln
- 75 g Zucker
- 1 Ei (Größe M)
- 1 Prise Salz
Für die Quark-Zitronen-Füllung:
- 500 g Magerquark (im Sieb abgetropft für weniger Flüssigkeit!)
- 150 g Zucker
- 3 Eier (Größe M)
- Saft und Abrieb einer unbehandelten Zitrone
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 40 g Speisestärke
Für die Puddingcreme-Decke:
- 500 ml Milch
- 1 Päckchen Vanillepuddingpulver (für 500 ml, nicht das Instant-Pulver!)
- 50 g Zucker
- 200 g kalte Butter, in Würfeln
Schritt-für-Schritt-Anleitung
1. Die Basis: Der perfekte Mürbeteig
Gib Mehl, Zucker und die kalten Butterwürfel in eine Schüssel. Jetzt kommt der Trick: Knete alles schnell mit den Händen oder einer Küchenmaschine, bis krümelige Streusel entstehen. Dann das Ei und das Salz dazugeben und nur so lange kneten, bis ein glatter Teig entsteht. Nicht überkneten, sonst wird der Teig zäh! Wickel ihn in Frischhaltefolie und leg ihn für mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank. Diese Ruhezeit ist nicht optional – sie verhindert, dass der Teig im Ofen zusammenfällt.
Während der Teig chillt, kannst du die Springform (26 cm Durchmesser) einfetten und den Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Teig ausrollen, in die Form legen und einen etwa 3 cm hohen Rand hochziehen. Mit einer Gabel mehrmals einstechen – das verhindert Luftblasen. Für 15-20 Minuten blindbacken, bis er leicht goldig ist. Herausnehmen und vollständig abkühlen lassen. Heiße Füllung auf heißen Boden ist ein No-Go!
2. Das Herzstück: Die saftige Quarkfüllung
Das ist der einfachste Teil. Quark, Zucker, Eier, Zitronensaft, -abrieb, Vanillezucker und Speisestärke einfach in einer Schüssel mit dem Schneebesen verrühren, bis eine glatte Masse entsteht. Wichtig: Rühr nicht zu lange, sonst wird die Masse zu flüssig. Gieße die Füllung auf den vollständig abgekühlten Boden. Glatt streichen und ab damit in den Ofen (weiterhin 180°C). Sie braucht etwa 30-35 Minuten. Sie ist fertig, wenn die Ränder fest sind und die Mitte nur noch leicht wackelt. Wieder: komplett abkühlen lassen. Geduld ist hier die Zauberzutat.
3. Die Krönung: Die butterweiche Puddingcreme
Hier scheitern viele, aber mit meinem Trick wird es garantiert klappen. Koche 400 ml Milch mit dem Zucker auf. In der restlichen kalten Milch (100 ml) das Puddingpulver glatt rühren. Sobald die Milch kocht, die angerührte Masse unter ständigem Rühren einrühren und etwa eine Minute kochen lassen, bis der Pudding dick und blubbernd ist.
Jetzt kommt der entscheidende Moment: Gieße den heißen Pudding sofort in eine kalte Schüssel und lass ihn nur etwa 10-15 Minuten abkühlen. Er sollte lauwarm sein, keine Haut bilden, aber auch nicht mehr kochend heiß. Jetzt die kalten Butterwürfel nach und nach mit einem Handrührgerät unter den Pudding rühren. Rühre, rühre, rühre, bis eine glänzende, cremige, homogene Masse entsteht. Wenn die Butter zu früh dazukommt, schmilzt sie komplett und die Creme wird flüssig. Ist sie zu kalt, bleibt sie klumpig. Der perfekte, lauwarme Zustand ist alles!
Streiche diese himmlische Creme auf die kalte Quarkschicht und verziere sie nach Belieben – mit Schokoraspeln, Mandelblättchen oder einem Marmormuster aus Kakaopulver. Jetzt muss der Dubai Kuchen mindestens 4 Stunden, besser über Nacht, in den Kühlschrank. Diese Zeit braucht er, um durchzuziehen und seine perfekte Konsistenz zu erreichen.
Anmerkungen und Variationen
Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
„Meine Creme wird flüssig/klumpig!“ – Das ist Problem Nummer 1. Merke: Pudding lauwarm abkühlen lassen, Butter eiskalt. Rührgerät an, Geduld an. „Der Boden wird nass/soggy!“ – Der Boden UND die Quarkmasse müssen vor dem Zusammensetzen absolut kalt sein. Punkt. „Die Quarkfüllung reißt ein!“ – Du hast sie zu lange gebacken. Hol sie raus, wenn die Mitte noch leicht wackelt. Sie stockt beim Abkühlen nach.
Lass deiner Kreativität freien Lauf
Der Klassiker ist perfekt, aber Experimentieren macht Spaß! Wie wär’s mit:
* Fruchtiger Twist: Streue frische oder tiefgefrorene Beeren (gut abgetropft!) auf die Quarkmasse, bevor sie in den Ofen kommt.
* Schokoladenrausch: Ersetze 1 EL Mehl im Mürbeteig durch ungesüßtes Kakaopulver für einen Schokoboden. Oder rühre 50 g geschmolzene Zartbitterschokolade in die Puddingcreme.
* Kokos-Dubai: Streue geröstete Kokosraspeln auf die Creme oder mische etwas Kokosraspel in den Teig.
* Der Zeitretter: Du hast keine Zeit für Pudding? Eine hochwertige, feste Schlagsahne mit Vanillemark und etwas Puderzucker steif geschlagen und aufgestrichen, ist eine traumhafte Alternative.
Zum Schluss mein wichtigster Tipp: Hab keine Ehrfurcht vor diesem Rezept. Backen ist eine Einladung zum Ausprobieren. Auch wenn deine Creme beim ersten Mal nicht perfekt wird – sie wird trotzdem unglaublich lecker schmecken. Also, schnapp dir die Schüssel, mach dich bereit für Komplimente und lass uns backen. Dein persönlicher Stückchen Himmel aus Dubai wartet in deiner Küche. Gutes Gelingen und lass es dir schmecken




